Legenden über die Große Ellīte
Die Lieper Große Ellīte, auch Velna cepli genannt, kann auf alte Tourismustraditionen zurückblicken. Davon zeugte einst die in die Wand geritzte alte Jahreszahl des 16. Jahrhunderts, die jedoch bereits im Jahr 1860 zerstört wurde. 1864 beschrieb sie der Pfarrer Ludvig Hervagens:
„In dieser Höhle, wie auch in der Turaida-Höhle, haben viele Menschen ihre Namen eingraviert und das Jahr, in dem sie die Höhle besucht haben. Die erste Gravur fand um das Jahr 1500 statt, also vor etwa 300 bis 400 Jahren. Vor vier Jahren hat jemand die Jahreszahl 1300 eingraviert. Doch der Wirt von Liepa hat eine Gravur, die etwa 300 bis 400 Jahre alt ist, schon vor 50 Jahren gesehen, und alte Leute sagten damals, dass diese Gravur ewig alt sei. Im Sommer kommen viele Besucher, um die Höhle zu besichtigen. Es kommen russische Herren und Esten, woraus wir erkennen, dass der Ruhm der Höhle auch jenseits von Vidzeme reicht.“

Ein Reisender aus dem 19. Jahrhundert, der mehr als eine Stunde lang die Wand der Ellīte betrachtete, fand sogar eine Inschrift aus dem 15. Jahrhundert! Diese Beispiele beweisen, dass die Tourismus-Traditionen in Lettland bereits mindestens 500 Jahre alt sind.
Lettische Volkslegenden
Früher soll in Ellīte der Teufel gewohnt haben, den die Priester aus seiner Bleibe vertreiben wollten. Neun Priester scheiterten daran, weil sie in ihrem Leben viele Sünden begangen hatten. Der zehnte Priester hätte den Teufel fast vertrieben, doch unglücklicherweise hatte er einmal in seinem Leben ein Ei gestohlen. Also hat er gesündigt. Der elfte hätte auch den Teufel vertrieben, aber einmal in seinem Leben hatte er eine Nadel gestohlen. Der zwölfte war hingegen ohne Sünde, und ihm gelang es, den Teufel aus der Höhle zu vertreiben. Der Teufel lief über die Gauja nach Sietiniezis. Der Fluss versperrte ihm den Weg, woraufhin der Teufel die Steine wie Steckrüben benutzte und sie in den Flussgrund warf. Es brach ein heftiges Unwetter los, und der Donner schlug den Teufel, doch „dieser schaffte es dennoch bis nach Sietiniezis.“
/Erzählt 1953 in Liepā von M. Zariņa, erzählt von Jānis Gailis, 96 Jahre alt/
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Bei Liepasmuiža in der Nähe von Cēsis gibt es eine große Höhle, die Vella cepli genannt wird, in der die Teufel lebten. Die Teufel hätten sich als Mensch verkleidet und seien den Männern auf der Straße begegnet, wobei sie Tiere, Flachs und alles, was die Reisenden in die Stadt brachten, gekauft hätten. Die Teufel hätten gute Preise gezahlt. Doch sobald die Menschen mit dem Geld nach Hause gingen, sei das Geld sofort zu Kohlen geworden.
/Erzählung, aufgeschrieben in Valkas Mērs von Augusta Kārkliņa, 1959/
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Früher lebte in Groß Ellīte in Liepa der Teufel. Jeden Tag saß er am Wegesrand und flickte die Pantoffeln mit einer Schlittenkufe. Wenn Händler auf den Markt fuhren, um Kühe zu verkaufen, kaufte der Teufel die Kühe und bezahlte mit Geld. Wenn die Händler nach Hause fuhren, fanden sie statt des Geldes Birkenblätter in ihren Taschen. Später riefen die frommen Menschen zwölf Priester, um den Teufel aus Groß Ellīte zu vertreiben. Als die Priester ankamen und die Ellīte betraten, erschrak der Teufel und lief in die Kleine Ellīte, wobei er in drei Schritten lief. Wo der Teufel seinen Fuß setzte, blieben tiefe Vertiefungen zurück, die noch heute sichtbar sind.
/Sandis Laime, „Heilige Erde: Die Folkore der lettischen Höhlen“, 2009/
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In der Gemeinde Liepa war Ellīte die Heimat des Teufels. Dort sollen Menschen mit Hahnen-, Kuh- und Pferdefüßen gesehen worden sein. Es wird gesagt, dass dort früher Burlaks wohnten, die allerlei, mit Hörnern, großen Ohren und anderen Verkleidungen, die Menschen ängstigten, damit sie nirgendwo hingehen. Die Burlaks sollen in den Kammern gelebt haben.
/Sandis Laime, „Heilige Erde: Die Folkore der lettischen Höhlen“, 2009/
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Legenden berichten, dass ein unterirdischer Gang von der Höhle zu einem deutschen Baronenschloss in Cēsis führte. Einmal wollte ein mutiger Mann testen, ob man wirklich vom Höhleneingang zum Schloss gelangen könne. Er ging in die Höhle, verschwand jedoch spurlos. Später erfuhren die Leute, dass er im Schlossgelände so lange geschlagen wurde, bis er starb. Seitdem wird die Höhle Groß Ellīte genannt.
/O. Āboltiņš, G. Eniņš, „Gaujatal“, 1979/
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